Erster Tag
265 KM 4h38m
Satteins, Klostertal, Arlberg, Landeck, Reschenpass, Kloster Marienberg Mals, Meran, Bozen
Im Jahr 2017 hatten wir eine Tour durch das Südirol gemacht. Es ist auch spannend zu sehen was sich in den Jahren verändert hat. Als erstes waren es die hohen Temperaturen, jenseits von 30 Grad, die das Motorradfahren im Tal etwas anstrengend machten. Beim hinauffahren auf den Reschenpass haben wir Wiesen gesehen, die beregnet wurden. Wenn man durch die Täler und Berge fährt, sieht man auch da und dort abgestorbene Bäume und ganze Waldgebiete die abgeholzt waren. Es war nicht der überwiegende Teil der Route aber es war auffällig.
Wir sind in Satteins gestartet und dann Richung Klostertal über die Schnellstraße Richtung Arlberpass gefahren. Nach kurzer Rast auf dem Pass, ging es weiter durch die Tiroler Talschaften und dann hinauf Richtung Reschenpass. Die Stelle am Stausee wo die Kirche herausragt ist immer ein nettes Fotomotiv. Auffallend war der tiefe Wassersstand des Speichersees, was ganz klar am Kirchturm zu erkennen war.
Beim hinunterfahren ins Tal haben wir bei Mals einen Abstecher in das Kloster Marienberg gemacht. Ein schöner Ort in der Höhe und auch ein toller Aussichtspunkt ins Tal. Das Kloster mit Kirche und Klosterladen macht einen sehr gepflegten Eindruck. Dieses Gebäude sieht schon von weiter Entfernung sehr imposant aus.
Weiter geht es durch die Weinberge und Ortschaften nach Meran und dann über die Schnellstraße nach Bozen. Wir waren froh, als wir in unserem Hotel angekommen waren. Die Temperaturen waren in dieser Woche sehr hoch.
Zweiter Tag Rundtour Ortlagruppe
306 Km 7h15min
Stilfserjoch 2760m, Umbrailpass 2503m, Passo Gavia 2652m, Passo Tonale 1882m , Mendolapass 2116m
Nachdem wir uns entschlossen hatten, nur ein Hotel zu buchen, sind wir von Bozen zurück nach Meran gefahren Richtung Stilfserjoch. Von Travoi geht es in anspruchsvollen Spitzkehren hinauf aufs Stilfserjoch. Wir sind das Stilfserjoch nun schon drei mal von dieser Seite angefahren. Es macht uns immer noch keinen Spaß. Die Kehren sind sehr eng und haben einen Hub. Man muss vor der Kurve ausholen und kommt auch dann noch in den Gegenverkehrsbereich. Wir haben uns geschworen, dass wir das Stilfserjoch nie mehr von dieser Seite her anfahren werden.
Oben angekommen, ist die Passhöhe ein einmaliges Erlebnis. Es wuselt von Leuten die die Gegend bestaunen und die die Geschäfte und Restaurants besuchen. Nach einer kurzen Rast und einer Stärkung sind wir weiter Richtung Umbrailpass gefahren. Was ich nicht wusste, dass der Umbrailpass nach ein paar Kilometern schon erreicht ist. Es ist eigentlich eine kleine Anhöhe an der Strecke wo man Richtung St. Maria in die Schweiz fahren kann. Wir sind dann retour Richtung Bormio gefahren. Wenn nochmals, werden wir das Stilfserjoch nur noch von dieser Seite anfahren. Die Strecke ist uns wesentlich sympathischer. Auch hat das Tal atemberaubende Berge und Gletscher zu bieten.
Hinauf ging es wieder zum Passo Tonale. Oben ist ein Fremdenverkehrsort für den Wintertourismus. Markant ist das Kriegerdenkmal auf der Passhöhe. Diese Gedenkstätte wurde 1924 als «heilige Einzäunung» eingeweiht und 1933 vergrößert und zu einem Ossarium umgebaut. Hier liegen 847 Soldaten, die aus umliegenden Friedhöfen exhumiert wurden. Der Grundriss ist quadratisch mit einer halbrunden Apsis, sowie an den Seiten 2 Treppen, die auf eine Terrasse führen.
Auf den Bergen waren die Temperaturen sehr angenehm. Im Tal waren die Temperaturen jedoch eine Herausforderung. Mein Tacho hat mir eine Temperatur von 37,5 Grad angezeigt. Der Schweiß ist mir in die Augen geronnen und hat gebrannt. Ich hatte das Gefühl, dass der Hinterreifen schon keine richtige Haftung mehr hat. Da freut man sich auf ein Hotelzimmer mit Klimaanlage.
Dritter Tag Grödnertal
232Km 6h01min
Nigerpass 1690m, Passo Lavazze 1808m, Passo Pordoi 2239m, Passo Sellajoch 2244m
Auch am dritten Tag waren einige Pässe angesagt. Die Route ist gut befahrbar und führt durch tolle Berglandschaften. Der erste Pass war der Nigerpass. Wir haben den Fototermin für das Passfoto genutzt um auch noch einen Kaffee in der tollen Landschaft zu trinken. Weiter ging es zum Passo Lavazze. Dann fuhren wir Richtung Canzei zum Speichersee. Bei der Routenplanung war der Ort noch relativ umbekannt. Bei einem Gletscherabbruch im Marmolatagebirge sind 9 Personen ums Leben gekommen.
Nach einer Pause sind wir wieder aus dem Tal zurück Richtung Sellajoch gefahren. Durch einen Verfahrer sind wir auf dem Passo Pordoi angekommen. Was uns beeindruckt hat ist die Seilbahn, welche von diesem Pass noch hoch in die Felsen geführt hat. Anschließend ging es wieder zurück zum Sellajoch und dann zurück zu unserem Hotel.
Retour haben wir nicht die übliche Route ins Tal genommen sondern sind am Hang Richtung Bozen gefahren. Landschaftlich war es ein schönes Erlebnis, die Gegend aus der Anhöhe zu sehen. Die Gegend könnte auch landschaftlich in der Provence sein.
Vierter Tag Sightseeing Bozen
Motorradfahren ist eine tolle Sache. Man fährt eine Strecke, übernachtet und fährt am nächsten Tag wieder weiter. Den Ort lernt man meistens nur dem Namen nach kennen. So haben wir uns entschlossen einen Tag ohne Motorrad zu verbringen und Bozen ein wenig zu erkunden.
In der Nähe des Bahnhofes ist die Rittnerseilbahn welche auf ein Hochplateau fährt. Mit der Bozencard sind alle öffentlichen Verkehrsmittel, Museen und Seilbahnen gratis. Oben auf der Bergstration befindet sich die historische Rittnerbahn mit einer Streckenlänge von 6,2Km. Man kann damit gemütlich zur Endstation fahren und im Gasthaus einkehren.
Beide Bahnen sind sehr erlebenswert.
Fünfter Tag Heimreise über die Schweiz
265Km 4h59min
Ofenpass 2150m, Fluelapass 2383m
Unsere Heimreise haben wir Richtung Schweiz angetreten. Über der Schnellstraße von Bozen nach Meran und dann Richtung Ofenpass. Das anschließende Tal Richtung Zernez ist nicht bewohnt und sieht etwas aus wie eine Landschaft in Kanada. Anschließend ging es noch über den Fluelapass Richtung Heimat.
Fazit der Reise
Südtirol ist ein Eldorado für Motorradfahrer. Man fährt einen Pass hinunter und fährt den nächsten Pass hoch. Man wundert sich ab und zu wie weit die Straßen in die Berge hinaufgebaut wurden. Die Leute sind nett und die Gastronomie ist top. Leider haben wir eine Woche erwischt, die temperaturmäßig sehr ansprochsvoll war. Es waren meistens über dreißig Grad. In der Höhen herrschten angenehme Temperaturen. Nur im Tal wurde einem anständig eingeheizt. Alles in allem eine sehr schöne Motorradtour.